Was war da los? Unser Flug von Singapur sollte um 15:40 Uhr direkt nach Bali gehen. Unser Hotel in Singapur befand sich zum Glück nur wenige Metrostationen vom Flughafen. So konnten wir lange ausschlafen, in Ruhe unsere Rucksäcke packen und sind gegen Elf Uhr aus dem Hotel raus. Gefrühstückt hatten wir nicht mehr da wir am Flughafen Mittag essen wollten.

Wir hatten sogar überlegt noch vor dem Check In ein Restaurant im Flughafen aufzusuchen denn eigentlich war ja mehr als genug Zeit. Ein Glück hatten wir es uns anders überlegt und sind gleich zum Check In Schalter von Tigerair. Denn dort fragte uns die junge Mitarbeiterin wie lange wir auf Bali bzw in Indonesien bleiben wollen und wo es danach hingehen würde. Wir sagten Ihr dann dass wir mit weniger als 30 Tagen in Indonesien planten und danach auf die Philippinen wollen.

Dann wollte sie wissen, ob wir denn ein Weiterflug Ticket für die Philippinen hätten. Nein haben wir nicht, ist das wichtig? Es mischte sich eine weitere junge Mitarbeiterin ein, beide erklärten uns nun dass wir dringend einen Beleg über einen Weiterflug raus aus Indonesien bräuchten damit Sie uns in die Maschine nach Indonesien lassen können. Wir konnten es uns nicht erklären wozu dieses Ticket verlangt wurde, schließlich haben wir uns noch extra sämtliche Visabestimmungen auf der Internetseite des Auswärtigen Amt angeschaut. Dort stand dass Deutsche Staatsbürger eine stinknormale Einreiseerlaubnis mit 30 Tagen Aufenthaltserlaubnis für Touristen in Indonesien bekommen. Von irgendwelchen Belegen für die Ausreise stand da natürlich nichts.

Hmm und jetzt? Wir waren erst einmal ein wenig geschockt, schließlich war das eine ganz neue Situation für uns. Die Mitarbeiterinnen gaben uns den Tipp schnellstmöglich online einen Weiterflug zu buchen und uns wieder anzustellen Gut ok, wären wir nicht drauf gekommen…

Da wir auf Wifi angewiesen waren mussten wir nochmal eine Etage tiefer fahren um uns die beknackten Zugangsdaten für das Flughafen Wifi zu holen. Warum um Himmels Willen muss man an so einem modernen Flughafen noch Logindaten fürs Wifi holen, zudem auch noch an einem nicht ausgeschilderten Infoschalter.

Ok schnell mal auf die Uhr geschaut, wir hatten noch gute drei Stunden bis zum Abflug, wir behielten daher die Ruhe, kann ja nicht so lang dauern einen günstigen Flug zu finden. Denkste, erstmal sind wir die ersten 10-15 Minuten gar nicht ins Netz gekommen, da wurden wir doch schon recht nervös. Als es dann endlich klappte googelten wir erstmal nach den aktuellen Einreisebestimmungen für Indonesientouristen, denn so ganz glaubten wir das alles nicht.

Tatsächlich haben wir den Grund gefunden, die Airline die einen ins nächste Land fliegt muss nämlich für einen möglichen Rückflug aufkommen sofern man bei der Immigration abgewiesen wird. Den Beamten von der Immigration ist es aber eigentlich egal ob man einen Weiterflug vorlegen kann, da fragt keiner nach. Gut, hätte man wissen können, wir wussten es nicht.

Wir haben dann aber sage und schreibe fast zwei Stunden gebraucht um einen bezahlbaren Flug raus aus Indonesien zu finden. Wir haben sämtliche Flugrouten, Abflughäfen und Zielflughäfen durch die Flugsuchmaschinen gejagt. Zwischendurch war das Internet dann wieder so megalangsam dass man am verzweifeln war. Wir würden ja wohl nicht den Flug wegen so einem Mist verpassen?

Noch rechtzeitig fanden wir dann einen Flug von Jakarta nach Manila, fix gebucht und auf die Bestätigungsmail gewartet. Wenige Minuten können einem hier wie Stunden vorkommen. Nachdem die Mail endlich da, war nochmal auf die Uhr geschaut. Etwas mehr als eine Stunde vor Abflug, also aller höchste Eisenbahn und ab zum Check In.

Wir sind dann bewusst zu einer anderen Mitarbeiterin gegangen. Auch diese junge Dame fragte uns wie lange wir iIndonesien bleiben wollen und wo es danach hingeht. Wir antworteten, sagten jedoch nicht von unserem gerade erst gebuchten Weiterflug. Sie stellte uns unsere Boardkarten aus und fragte nicht nach einem Weiterflug!!! Verduzt guckten wir uns an, tja dann war der ganze Stress, die letzten beiden Stunden quasi für die Katz.

In Solchen Momenten weiß man nicht ob man lachen oder auf die Airline schimpfen soll. Wir hatten anscheinend nur Pech die falsche Mitarbeiterin beim ersten Check In erwischt zu haben. So kanns gehen! Wir nahmen es einigermaßen gelassen und sagten uns immer wieder dass wir jetzt wenigstens schon einen Weiterflug in der Tasche hätten 😉

Wir sind anschließend durch die Gepäckschleusen um auf Toilette zu gehen und was essbares zu finden. Wir stopften uns dann schnell irgendwelche ekelhaften frittierten Sachen rein bevor es auch schon zum Boarding ging.

Also ein richtig stressiger letzter Tag in Singapur, das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt.

Guten Morgen,

während wir diese Zeilen schreiben seid Ihr höchstwahrscheinlich noch am Schlafen. Es ist jetzt 11:30 Uhr, wir sitzen auf unserem Balkon in einem wunderschönen Resort in Ubud auf Bali. Jetzt finden wir auch wieder die nötige Zeit euch wieder mit ein paar Berichten und Bildern zu versorgen. Für die nächsten Wochen werden wir nun in Indonesien verweilen und lassen es eher entspannt angehen.

Die letzten Wochen waren wir ja eher mit dem Erkunden von Großstädten beschäftigt.

Von Penang aus ging es mal wieder per Flieger weiter. Fünf Tage in Kuala Lumpur standen vor uns.

Schon der Flughafen wusste zu beeindrucken. Gehört er doch immer zu den Top 10 der Airports weltweit. Alles ist sauber, modern und richtig gut ausgeschildert. Hier braucht man wirklich nicht mehr nach dem Weg fragen!

Der Flughafen ist mehr als 50 Kilometer von der eigentlichen Stadt entfernt. Wir nutzten die günstigste Möglichkeit und sind per (Reise)Bus gefahren. Für 22 Ringgit umgerechnet 5 Euro für beide zusammen ging es somit recht kostengünstig in die City.

Am Hauptbahnhof (Sentral Station) nahmen wir uns ein Taxi zu unserem Hotel. Um die ankommenden Touristen nicht gleich der Taxi Mafia auszusetzen musste man sich an einem Counter ein Taxi Coupon holen. Dort wird man nach dem gebuchten Hotel gefragt um den festgelegten Preis zu ermitteln.

Coupon entgegen genommen und draußen in die Taxi Schlange gestellt. Ging recht flott bis man dann letztendlich im Taxi saß.

Der indische Taxifahrer hat uns dann auch noch einige gute Sightseeing Tipps rund um „unser Viertel“ gegeben.

Unser Hotel lag nämlich richtig zentral, unweit von Chinatown, dem historischen Central Market und ganz wichtig einer Metro- und einer Monorail Station. Zudem ein großer Food Court wo man richtig gut und günstig essen konnte.

Für das „Zimmer“ zahlten wir übrigens nur 11 Euro, bislang das Megaschnäppchen auf unserer Reise. Das Zimmer war allerdings auch nur 6m² groß, kein Fenster, keine Ablage, kein Schrank und nur ein „Futton Bett“, also eine Matratze auf dem Boden :-) Zum Schlafen aber ok, wer braucht schon Luxus…  Der Fussboden wurde letztendlich zum Kleiderschrank :-)

Kuala Lumpur erinnert einen an manchen Plätzen an Dubai, z.b. rund um die berühmten Petronas Towers. In den unteren Etagen ist eine Luxus Mall beherbergt, da mochte man mit Turnschuhen und T-Shirt kaum reingehen. Hier ist alles vertreten was Rang und Namen hat, man kann auch sagen hier gibt es alles was richtig Schotter kostet.  In einer anderen noch größeren Mall entdeckten wir sogar einen Freizeitpark inklusive Indoor Achterbahn. Wirklich verrückt!

Im krassen Gegensatz dazu die chinesischen, indischen und sogar arabischen Viertel. Zum ersten Mal konnten wir auch einen hinduistischen Tempel betreten. War sehr schön auch mal solch einen Tempel zu sehen. Hier darf man übrigens nur barfusss rein.

Auch was das Essen angeht hatten wir genug Abwechslung. Iranisch und indisch Essen geht man in Deutschland ja eher selten. Hier gab es an jeder Ecke tolle Restaurants und das zu vernünftigen Preisen.

Leider blieb uns ein Besuch eines Fussballspiels der Malaysischen Liga verwehrt denn die Liga geht hier erst im Februar los. Gut, Caro fand das jetzt nicht so schlimm, ich fand es sehr schade denn die Malaysier sind fussballverrückt und bei Länderspielen z.B. drehen die Fans völlig am Rad wie man an diesem Video sehr gut sehen kann. Lutz guck dir das an! Dagegen sind Spiele der deutschen Nationalmannschaft wie Opernbesuch. Gähn.

Egal, zumindest konnten wir das kleine Merdeka Stadion von außen begutachten, denn das lag nur wenige hundert Meter von unserem Hotel.

Kuala Lumpur hat uns sehr gut gefallen, hier wirkt alles authentisch und echt, die Menschen sind freundlich und man hier hat dank der vielen verschiedenen Kulturen und Einflüsse eine sehr lebendige Stadt.

Wir haben sehr lange überlegt ob wir auf dem Weg nach Bali noch einen kurzen Zwischenstopp in Singapur einlegen. Viele Budget Reisende lassen Singapur aus Kostengründen weg, gilt die Stadt ja als eine der teuersten der Welt.

Wir haben uns dann doch entschieden für wenigstens 2 1/2 Tage Singapur einen Besuch abzustatten. Wenn man schon mal in der Gegend ist… :)

Tatsächlich hatten wr schon Probleme ein bezahlbares Hotelzimmer zu finden. Nachdem wir sämtliche Hotelbuchungsapps abgeglichen haben blieben am Ende nur Hostels im 12er Schlafsaal oder ein für asiatische Verhältnisse teures Zimmer im „Hotel 81“. Bislang haben wir in Südostasien für ein Doppelzimmer meist unter 20 Euro bezahlt, das Zimmer im Hotel 81 liegt im Rotlichtviertel und kostete dagegen das Doppelte.

Wir entschieden uns dann trotzdem für das 81er. Fürs Übernachten im Schlafsaal mit einem Dutzend anderer Leute bin ich zu alt 😉
Wieder ging es per Flieger, der Flug von Kuala Lumpur nach Singapur dauerte auch nur eine Stunde. Caro hatte in der Nacht zuvor starken Husten, wir mussten deshalb die Nacht durchmachen denn an Schlaf war nicht zu denken. Wir standen dementsprechend gerädert und total fertig am Airport von Singapur.

Wir wollten daher nur noch schnell ins Hotel. Per Metro ging es dann auch zum Glück ganz fix. Schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel bemerkten wir wie modern und klinisch rein hier alles ist. Überall hängen Schilder aus: Essen, Trinken, Rauchen und Kaugummi kauen verboten. Wer in der Öffentlichkeit erwischt wird muss saftige Geldstrafen zahlen. Und anscheinend hält sich hier auch jeder dran, es liegt nirgendwo Müll rum, anders als in Deutschland riecht es hier an Bahnhöfen und Tunneln auch nicht nach Urin. Und Kaugummis kriegt man hier tatsächlich auch nur in Apotheken gekauft.

Unser Hotelzimmer war dann übrigens ganz ok. Auf den Strassen rund um unser Hotel standen dann tatsächlich tagsüber schon die Damen, viel kurioser fanden wir aber die vereinzelnt sitzenden Strassenhändler die Kondome, Viagra und andere komische Pillen auf Ihren Decken zum Verkauf präsentierten.  Sehr sehr kurios!

Für die nächsten zwei Tage stand also wieder Sightseeing auf dem Programm. Rund um den Financial District ragt ein Wolkenkratzer neben dem anderen empor. Auf der gegenüberlegenden Seite rund um einen riesigen See das Marina Bay Sands. Wir wissen nicht was dieses Gebäude darstellen soll , im Reiseführer steht jedenfalls dass sich dort oben der höchste Pool der Welt befinden soll. Da kommt man aber nur als Hotelgast rein.

Wir entschlossen uns daher den „Garden by the Bay“ zu besuchen. Ein riesig angelegter Park, bestimmt hat jeder schon mal diese künstlichen Bäume im TV gesehen, diese werden abends beleuchtet und sind wirklich gigantisch anzusehen. Hier nennt man sie Supertrees. Der Parkbesuch ist kostenlos, man kann aber auch für schlappe 250 Euro ein Tagesticket kaufen um sich diverse innenliegende Gärten anzusehen. Das haben wir dann nicht gemacht 😉

Cool war aber die Möglichkeit für wenige Euro auf eine Art Brücke zu steigen die zwischen zwei dieser Bäume hängt. So hatte man einen tollen Überblick und jede Menge Möglichkeiten Fotos zu machen. Es wird einem aber auch schnell schwindelig da oben, denn man hat fast freien Blick unter den Füssen und die ganze  Konstruktion kann manchmal ganz schön wackeln.

Sehr beeindruckend war dann Abends die Musik und Lichtershow, wir hätten es fast verpasst da wir schon auf dem Weg raus aus dem Park waren als die Show anfing. Hatten wir nicht auf dem Zettel 😉 Verschiedene MusikTracks wurden gespielt, dazu passend wechselten die Supertrees ihre Farbe, beobachtet von tausenden Menschen die teilweise auch auf dem Boden unter den Bäumen saßen.

Der nächste Tag war dann nicht so spektakulär da es unenwegt regnete. Da wir tags zuvor in Little India richtig viel Kohle für ein indisches Essen (zwei Getränke ein wenig Salat und Naan Brot für 33 Euro! ) gezaht hatten suchten wir heute ausgerechnet in der Shopping Mall des Marina Bay Sands den dortigen Food Court auf um zu speisen. Und tatsächlich, der Tipp, den wir auf einem Reiseblog gelesen hatten war goldwert. Hier konnte man tatsächlich relativ gut und zu deutschen Preisen essen. Hätten wir in diesem Einkaufsparadies für die eher Gutbetuchten nicht erwartet.

So richtig warm wurden wir mit dieser Stadt aber nicht, wir bevorzugen dann doch eher Städte wie Bangkok oder Kuala Lumpur,auch wenn es dort dreckiger und etwas chaotischer ist. Es ist dort einfach abwechslungsreicher als dieses sterile, fast zu perfekte Singapur. Wer das nötige Kleingeld hat kann hier bestimmt aber auch sehr viel Spaß haben.