DSC_3223Wir sind mittlerweile weiter gereist, hier auf dem Blog haben wir die Hauptstadt Vintiane übersprungen. In Vientiane haben wir drei Tage verbracht wobei wir sagen müssen dass ein oder zwei Tage auch gereicht hätten, denn richtig viele Sehenswürdigkeiten gab es dort nicht. Vielleicht posten wir hier nochmal ein paar Fotos wenn wir schnelleres Internet haben.

Wir sind jetzt übrigens in Savannakhet in Zentral-Laos.

Da wir gute Erfahrungen mit dem Mini-Van als Transportmittel von Luang Prabang nach Vang Vieng gemacht hatten wolten wir die Strecke von Vientiane nach Savannakhet auch wieder in einem Mini-Van bewältigen. Diese kleinen Busse fassen bis zu 12 Leute, haben ne gute Aircondition und es gibt reichlich Pinkelpausen an einigermaßen vernünftigen „Raststätten“, wenn man diese kleinen Restaurants an irgendwelchen abgelegenen Landstrassen denn so bezeichnen will.

Pustekuchen! Wie wir in einer Travelagency in Vientiane erfuhren fährt nur ein LocalBus die knpp 460 KM lange Strecke. OK sind halt nicht nur Touristen an Board sondern auch Einheimische. Kann nicht so schlimm werden dachten wir uns. Wir hatten ja eh keine andere Wahl. Kostenpunkt: 130.000 Kip pro Person, also ca 15 Euro.

Rucksäcke am nächsten Morgen gepackt und pünktlich um 09:15 Uhr holte uns ein Van ab der uns zur eigentlichen Haltestelle fahren sollte. An Bord waren schon zwei Touris, ein Engländer und ein Holländer. Da waren wir schon etwas erleichtert dass wir nicht die Einzigen Touris auf der Fahrt sein werden.DSC_3209

20 Minuten mussten wir noch an der Haltestelle warten bis dann ein riesig großer roter Doppeldecker Bus um die Ecke kam. Wir hatten mit einem eher kleineren Gefährt gerechnet. Das Gepäck wurde in die untere Etage des Busses verstaut, neben Kartons, anderen Gepäckstücken und jeder Art von Lebensmitteln. So roch es dort auch. Also schnell nach oben um einen der letzten Plätze zu ergattern.  Wir hatten „Glück“ und ergatterten eine Sitzreihe für uns in vorletzter Reihe. In der letzten Reihe machte es sich eine laotische Familie bequem. Zu dem Zeitpunkt(10 Uhr morgens)  lagen dort bereits Essenreste am Boden und es sollten noch mehr dazu kommen. Während der ganzen Fahrt wurde an unterschiedlichen Orten gehalten, aber nicht um Pausen zu machen sondern um geschäftigen Frauen die Möglichkeit zu geben Ihre Fleischsspieße, Balut-Eier ( also gekochte Embryo-Eier) , Maiskolben und Erfrischungsgetränke an den Mann und die Frau zu bringen. Da die Busbesatzung aus ca. 90% Laoten bestand war dies eine leichte Aufgabe. Hinter uns wurde also geschmatzt und genossen. Wir haben auf unserer Reise schon oft gesehen dass Essenreste nach einem Mahl unter den Tisch wandern, wir hätten aber nicht gedacht dass man in einem Reisebus die Reste dann einfach in den Gang wirft….

Dementsprechend roch es dann auch irgendwann, Ameisen fanden dann auch den Weg vom Untergeschoss nach oben zu den Essensresten, der Fahrer versuchte alle Schlaglöcher zu erwischen, Passagiere übergaben sich entweder oder pupsten ganz ungeniert den Bus voll und die verstaubte „Klimaanlage“ krächzte aus dem letzten Loch. Caro konnte bei dem ganzen Horror nicht schlafen, ich selbst bin da ja nicht so empfindlich und habe bestimmt die Hälfte der Fahrt geratzt.

DSC_3211 DSC_3212 DSC_3214 DSC_3210Um 16:00 Uhr, eine Stunde früher als gedacht (wir hatten ja auch keine Pausen gemacht) erreichten wir das Ziel. Irgendeine Busstation am Arsch der Heide.

Blitzartig verließen alle Passagiere den Bus. Wir schloßen uns dann vier anderen Touristen an um möglichst günstig ein TukTuk in die Stadt zu organisieren.  Im Stadtkern lieeß man uns dann nach 10 Min. TukTuk Fahren raus. Ich schaute dann man auf mein Handy und gab die Adresse unseres Hotels an. Hmm, 95 Kilometer bis zum Hotel, hier stimmt etwas nicht.

Tatsächlich sind wir zu früh aus dem Bus gestiegen. Wir sind nicht in Savannakhet gelandet sondern in…. keine Ahnung den Namen weiß ch bis heute nicht :-)

Nach dem ersten Schock haben wir uns ein TukTuk herangewunken und haben uns zur nächsten Busstattion fahren lassen. Hier wartete zum Glück ein Fahrer mit seinem Mini-Van auf weitere Mitfahrer. Für günstige 60.000 Kip, also ca. acht Euro wollte er uns mit nach Savannakhet mitnehmen. Glück gehabt würde ich sagen. DSC_3218 DSC_3217 DSC_3216

Für 95 Kilometer haben wir dann auch noch 2,5 Stunden gebraucht, obwohl der Fahrer richtig Gas gegeben hat. Hier in Zentral-Laos herrscht auch wieder eine andere Fahrer-Mentalität- hier wird gehupt und abends sehr oft mit dem Fernlicht gespielt- Aus dem Weg jetzt kommen wir!DSC_3219

Ich denke solche Erlebnisse gehören auch zu solch einer Reise – letztendlich war alles entspannt und wir waren am Ende des Tages doch an unserem Ziel. Auch an den entlegensten Orten dieser Welt gibt es freundliche Menschen die dir helfen. Wir sind gespannt denn morgen soll es weitere 280 Kilomter weter südlich für uns gehen,  natürlich wieder mit einem local Bus….

 

Vang Vieng ist im Grunde einfach nur hässlich, staubig und eigentlich keine Reise wert wenn es nicht die schöne Landschaft drum rum geben würde. Berge, Höhlen, ein netter Fluss und abgelegene Dörfer.

Auch das Tubing war hier bis vor einigen Jahren auch für viele junge Backpacker Hauptgrund nach Laos zu reisen. Wir sprechen hier von alten LKW-Schläuchen in die man sich reinsetzt um sich den Fluss abwärts treiben zu lassen. An sich hört sich das ganz nett und spaßig an, aber wo viele Partytouristen sind gibt es auch massig Drogen und Alkohol. Hier starben laut Reiseführer bis zum Jahr 2012 jedes Jahr ein Dutzend Teenies beim Tubing. Viele Bars und Kneipen am Fluss füllten die Leute gut ab und vertickten ganz offen die Drogen. Dementsprechend verhielten sich also die Sauftouris, saufend, gröhlend, Ballermann in Laos. Das wurde der Regierung dann doch irgendwann zu viel und man ließ sämtliche Bars am Fluß abreissen.

Heute gibt es das Tubing noch immer und auch einige Bars haben wieder eröffnet. Hier gibt es aber mittlerweile ganz klare Regeln und man merkt dass das Partyvolk nicht mehr kommt. So sind die meisten Lokalitäten abends eher verwaist.

Heutzutage kommen dann eher die ruhigeren Backpacker, Naturfreaks und natürlich die Selfie-Touristen aus Korea & China.

Wir sind dann auch wieder mit dem Roller unterwegs gewesen, in den eher abgelegeneren Dörfern war es schon etwas anstrengend da es hier einfach keine vernünftigen Strassen gibt und wir über Stock und Stein fahren mussten. Uns begegneten zudem frei rumlaufende Kühe, Schweine und Hühner. Und in fast jedem Dorf liefen uns Kinder hinterher um uns zuzuwinken.

Für den letzten Tag in Vang Vieng buchten wir Halbtagestour Kajakfahren. Diese entpuppte sich als 1 1/2 Stündige Tour. Bisschen mehr htten wir uns da schon erwartet, bei einer Halbtagestour gehen wir nämlich von 3-4 Stunden aus. Allerdings muss man sagen dass wir im Grunde eine Exklusivtour hatten, der nicht englischsprechende Tourguide und wir waren die Einzigen auf dieser Kajaktour. Man fuhr uns mit dem TukTuk 5 Kilometer weiter um uns dort abzusetzen. Caro rutschte beim Einsteigen ins Kajak (typischerweise) aus und landete mit Ihren vier Buchstaben im Matsch. Nicht weiter schlimm aber, denn wir wurden dank einigen Stromschnellen richtig nass. Auch unser Tourbegleiter sorgte in ruhigeren Gewässern dafür dass wir ordentlich nass blieben indem er uns das Wasser mit seinem Paddel in unsere Richtung spritzte. Keine Ahnung ob das zum Programm gehörte, lustig war es allemal.

Zum Abschluss ein paar Bilder.

 

 

 

Wir haben für heute dann doch noch eine kuriose Geschichte parat.

Per Minivan ging es heute über krasse Bergserpentinen (wo teilweise Felsbrocken auf den Strassen lagen) von Luang Prabang ins ca. 230 Kilometer südlich entfernte Vang Vieng. Die Busstation dort liegt etwas ausserhalb so dass man auf die wartenden TukTuk`s angewiesen war. Zusammen mit allen anderen Reisenden gings dann in die Stadt rein. Vorher hatte sich der Fahrer noch die Hotelnamen geben lassen um dann letztendlich doch alle im Stadtzentrum raus zu lassen. Wir fragten nochmal ob unser Hotel wirklich in der Nähe ist, der Fahrer nickte und schickte uns die Strasse zum Fluß runter. Da waren zwar jede Menge Bungalowanlagen aber nicht unsere. Wir dann wieder die Strasse ins Zentrum hochgeeiert um im nächsten Restaurant nachzufragen. Dort konnte man uns nicht so wirklich helfen und uns nur die ungefähre Richtung zeigen.

Nach 20 Minuten rumlaufen entdeckten wir dann die Touristinfo. Dort sagte man uns wir müssen nur zwei Straßen weiter zum Fluß laufen. Dort soll das besagte Hotel sein.

Da Raimund durch seine Magen-Darm Geschichte schon leicht entkräftet war zogen wir es vor nochmal ein TukTuk zu holen. Der Erste Fahrer hat überhaupt nicht verstanden was wir wollten und der Zweite auch erst nach mehrmaligem Erklären. Was für ein Krampf…

Den richtigen Weg hat er aber auch erst nach zweimaligem Nachfragen bei diversen Leuten gefunden. Der Kerl tat einem ja schon fast leid. Als wir dann endlich am Hotel ankamen hatten wir schon ein ungutes Gefühl, schließlich hatten wir bei der Hotelbuchung schon ein Hotel gesehen welches fast genau so hieß wie das von uns gebuchte.

Wir waren natürlich am falschen Hotel gelandet. Der Fahrer und wir sprachen mit einigen Mitarbeitern des Hotels, doch keiner wusste wo sich unser Hotel befinden sollte. Auch mit der Hoteladresse konnte wieder keiner etws anfangen. Der TukTuk Fahrer ist mit uns dann wieder Richtung Stadtzentrum gefahren um dort nochmal bei ein zwei anderen Leuten nachzufragen. Wir sind dann endlich auch auf die Idee gekommen mal im Hotel anzurufen, irgendwie klappte das aber nicht. Eine angesprochene Strassenverkäuferin erledigte das aber letztendlich für uns und dirigierte unseren Fahrer.

Nach 5 Minuten Fahrt standen wir dann zwar nur beim Schwesterhotel, aber von hier aus sollten es nur noch zwei Minuten sein so versicherte uns die Angestellte. Der Fahrer bog also nochmal in die nächste Straße um uns dann nach gut 1 1/2 Stunden Hotelsuche endlich am richtigen Hotel abzuladen. Das beste kommt jetzt allerdings: Es klärte sich auf dass der TukTuk Fahrer genau neben dieser Hotelanlage wohnt, wir haben Ihn tatsächlich später vor seinem Haus gesehen welches 50 Meter neben unserem Bungalow steht…

Das Problem war einfach dass unser gebuchtes Hotel den Namen erst vor kurzem geändert hat, da muss man erstmal drauf kommen. 😉

Vor fast einer Woche haben wir Vietnam hinter uns gelassen und geniessen die Ruhe hier in Laos. Die Leute hier sind entspannt, niemand will dir irgendwas andrehen oder dich über den Tisch ziehen, im Strassenverkehr wird aufeinander Rücksicht genommen und es gibt kein nerviges Gehupe unter den Verkehrsteilnehmern.

Wir sind übrigens per Flieger (besser gesagt Propellermaschine) von Hanoi nach Luang Prabang gekommen. Plan A war eigentlich vom nördlichen Sapa in Vietnam den Schlafbus über die Grenze nach Laos zu nehmen. Wäre vom Ding her auch logischer gewesen, Negativberichte über die 30 Stunden Horror Busfahrt über die Berge haben uns schießlich doch abgeschreckt. Mittlerweile wissen wir ja wie die Vietnamesen Bus fahren…

Also ging es von Sapa für eine Nacht zurück nach Hanoi da sich hier der nächstgelegene Flughafen befindet. Für diese eine Nacht hatten wir ein super Schnäppchen ergattert und in einem tollen Stadthotel übernachtet. Wir bekamen sogar ein kostenloses Upgrade und hatten eine drei Zimmer Suite mit tollem Ausblick auf die Stadt für gerade mal 15 Dollar. Schade dass wir nur eine Nacht bleiben konnten…

Die Flugzeit von Hanoi nach Luang Prabang beträgt genau eine Stunde. Der Flug kostete uns 140 Euro p.P, für das Visum in Laos mussten wir 31 Dollar p.P. berappen. Ein wenig nervös war man schon, haben wir das Visaformular richtig ausgefüllt, stimmt es tatsächlich dass die Zollbeamten nur Dollar annhemen? Tatsächlich ging alles reibungslos und easy über die Bühne. Schon bei den Grenzbeamten merkte man dass Laoten irgendwie viel entspannter und freundlicher sind als die Vietnamesen.

Die Stadt Luang Prabang selbst hat kaum mehr Einwohner als Buxtehude und ist auch nicht viel größer. Angetan hat es uns der Nachtmarkt, da waren wir jetzt fast jeden Abend. Dort hätten wir uns totkaufen können, so viele coole Sachen gibt es dort. Ansonsten ist an fast jeder Ecke ein Tempel zu finden wo auch viele Mönche leben. Es soll auch jeden Morgen bei Sonnenaufgang eine Mönchsprozession geben wo hunderte Mönche auf dem Weg zu Ihren Tempeln die Gaben der Anwohner einsammeln. Das haben wir uns aber nicht angeschaut weil da tausende Touristen stehen sollen die sich ziemlich repektlos den Mönchen gegenüber verhalten nur um das beste Foto machen zu können. Wir haben auch so schon den ein oder anderen Mönch getroffen 😉 Übrigens haben die auch fast alle Smartphones.

Hier in Laos sind wir auch das erste Mal Roller gefahren. In Vietnam hätten wir uns das nie und nimmer getraut, aber hier ist es wie schon erwähnt alles sehr entspannt und die Leute nehmen aufeinander Rücksicht. Ja so macht das Spaß. So konnten wir auch zu Zielen fahren die etwas außerhalb lagen: Spektakuläre Wasserfälle mit darunterliegenden Kaskaden mit türkisfarbenem Wasser wo man auch baden konnte sowie einem wirklich schönen Schmetterlingspark von einem jungen holländischem Paar das uns richtig viel von der Entstehung des Parks erzählte. Hut ab vor soviel Fleiß und Mut.

Bislang hatten wir ja Glück was unsere Gesundheit angeht. Am letzten Tag in Luang Prabang hat sich Raimund allerdings eine Magenverstimmung eingefangen, sagen wir mal so, es kam oben und unten wieder alles raus. Blöderweise hatten wir für den nächsten Tag bereits Minivan-Transfer und Unterkunft für Vang Vieng gebucht. Tja, es gibt halt auch Tage wo es nicht so läuft, das gehört zu solch einer Reise auch dazu. Wir sind dann noch einen Tag und eine Nacht länger in Luang Prabang geblieben.