A= Ubud / Bali
B= Lombok
C=Gili Air

 

So zehn Tage ist es seit unserem letzten Blogeintrag her.

Also was haben wir die letzten 1 1/2 Wochen so gemacht. Nach zwei Tagen Dauerregen in Ubud kehrten wir der Insel Bali erstmal den Rücken und entschieden mit der Fähre nach Lombok zu fahren. Der Reiseführer sagt Lombok ist wie Bali vor 20 Jahren. Der Tourismus hat hier noch nicht so ganz Fuß gefaßt und es kommen eher Rucksacktouristen und Surfer. Anders als auf Bali wird wie sonst überall in Indonesien auch der Islam gelebt. Überall auf der Insel stehen prächtige Moscheen und der Muezzin ruft mehrmals am Tag zum Gebet. Auch morgens um Fünf Uhr :-)

Leider spielte auch hier auf Lombok das Wetter nicht so ganz mit. Wer kann schon ahnen dass es in der Regensaison auch tatsächlich regnet? 3 1/2 Tage von 5 Tagen Aufethalt regnete es in Strömen. Wir schafften es daher nur an zwei Strände zu fahren und beschäftigten uns eher mit Lesen, YouTube Videos schauen und faulenzen. Hat uns doch relativ geärgert nicht mehr von der Insel gesehen zu haben, aber es macht einfach keinen Spaß im strömenden Regen irgendwelche Bergpisten hoch und runter zu fahren.

Wir lernten am ersten Abend sogar einen Deutschen kennen der uns mit seinem Roller verfolgt hatte und Anschluß suchte. Er meinte dass er ein wenig Angst hat alleine durch die Gegend zu fahren und fragte ob er sich an uns heften könnte. Da hatten wir natürlich nichts gegen, schließlich hatten wir auch gehört dass es in Lombok in letzter Zeit zu Überfällen gekommen ist. Beim späteren gemeinsamen Abendessen in einer Strandbar stellte sich heraus dass der Kollege Polizeibeamter in Hamburg ist. Tja, da mussten wir natürlich etwas schmunzeln…

Letztendlich fühlten wir uns auf Lombok aber sicher, an einem regenfreien Tag fuhren wir zu einem schönen Strand. 80% der Strandbesucher waren Einheimische. Was uns aber nicht störte, ganz im Gegenteil war es doch mal schön die Locals bei einem Strandtag zu beobachten. Caro fiel wegen Ihrer blonden Mähne sofort auf, mehrere einheimische Mädels wollten sogar ein Foto mir Ihr.

Sogar eine komplette Studentengruppe ließ sich auf Ihrer Liege nieder um sich mit Ihr auf Englisch zu unterhalten. Ich war zu dem Zeitpunkt Essen holen und wunderte mich nur warum auf einmal zehn junge Leute unseren Platz belagerten 😉  Alles in allem sind die Leute auf Lombok wirklich super nett und offen. Die Einheimischen hier haben wohl noch nicht alzuviel Kontakt mit Touristen und sind neugierig was die „Westler“ so zu erzählen haben.

Als nächstes Reiseziel stand Gili Air an. Eine von drei kleinen Inseln vor der Küste Lomboks. Der Reiseführer und die Google Bildersuche versprachen Traumstrände und tolle Tauch bzw. Schnorchelplätze.

Mit dem Speedboat ging es schließlich auf Gili Air. Es gibt noch Gili Trawangan (die Partyinsel) und Gili Meno (die Ruhigste). Wir entschieden uns für das Mittelding. Auf den Gilis sind übrigens motorisierte Fahrzeuge verboten. Das macht aber nichts da man Gili Air zu Fuß in einer knappen Stunde abgelaufen hat. Als Taxi fungierte dann auch eine Pferdekutsche um uns vom Hafen zu unserem Guesthouse zu bringen. Das hat doch auch mal was.

Unser Homestay befand sich nicht weit vom Strand aber dann doch eher zur Inselmitte hin. Unsere Gastfamilie und deren Nachbarn wohnten gleich nebenan in ziemlich spartanischen Behausungen. Ich kannte diese Holzhütten schon von den Philippinen. So nah haben wir auf der Reise jedenfalls noch nicht mit Einheimischen gelebt. Hühner liefen durch die Gegend, Frauen saßen mit Ihren Kleinkindern in Bambushütten und abends brannte das Lagerfeuer. Wir fühlten uns schon etwas komisch wenn wir abends in unser voll klimatisiertes und mit fließend Wasser ausgestattetes Zimmer gingen. Jamal, der junge Besitzer des Homestay erklärte uns aber dass er für seine Familie ein neues Haus aus Stein baue. Uns wir sahen tatsächlich morgens zwei junge Arbeiter die auf dem Rohbau rumliefen. In Shorts und ohne Schuhe. Undenkbar auf deutschen Baustellen 😉

Auf Gili Air blieben wir vier Nächte. Leider machte uns auch hier das Wetter zuerst ein Strich durch die Rechnung, die letzten beiden Tage blieb es aber zum Glück trocken. So konnten wir baden, Schnorcheln und einfach abhängen. So hatten wir uns das vorgestellt.
Apropos abhängen, da ja gerade Nebensaison ist geht es recht gemächlich zu auf Gili Air, auch die vielen jungen Mitarbeiter in den verwaisten Restaurants wussten nichts mit sich anzufangen und saßen meistens an Ihren Handys während die Reggaemusik aus den Boxen plärrte. In Indonesien wird Drogenbesitz ja sogar mit dem Tode bestraft, auf den Gilis wird es etwas lockerer gesehen da hier eh keine Polizei anwesend ist bzw wird da ein Auge zugedrückt. So werden ganz offen halluzinogene Pilze (Magic Mushrooms) verkauft und quasi jede Bar hat bunte Verkaufsschilder aufgestellt. Wirklich verrückt. Falls die Frage kommt, nein wir haben nicht probiert.

Die kurze Auszeit auf Gili Air hat uns ganz gut gefallen auch wenn uns die Strände nicht ganz so geflasht haben. Das lag aber wohl auch an dem Wetter, es lag einiges am Strand rum was wohl durch die Wassermassen angespült wurde. Ich denke in der Hauptsaison bei wolkenfreiem Himmel sieht das Ganze nochmal ganz anders aus.

Wir sind jetzt übrigens wieder in Ubud auf Bali. Ja richtig gehört, es hat uns hier so gut gefallen dass wir nochmal hergekommen sind.
Wir wollen nochmal kurz auf die Fahrt hier her eingehen. Wir sind nämlich von Gili Air mit dem Speedboat nach Bali gekommen. Und was sollen wir sagen? Uns ist jetzt, sechs Stunden nach Verlassen des Bootes noch kotzübel. Das Speedboat hat seinem Namen alle Ehre gemacht, bei dem Seegang fühlte sich die Fahrt an wie ein gleichzeitiger Ritt auf einer Schiffsschaukel und einer Achterbahn. Wir hatten uns vor Abfahrt noch eine Tablette gegen Übelkeit reingezogen, wohlwissend das die Fahrt etwas turbulenter werden könnte. Tatsächlich kämpften wir trotz der Tablette zwei Stunden lang gegen die Übelkeit, wir  schätzen mal dass 1/3 der Passagiere sich währenddessen übergeben hatte. Auch Caro hatte die Kotztüte stets griffbereit, während der ganzen Fahrt wechselten wir nicht ein Wort miteinander da wir eher damit beschäftigt waren uns nicht zu übergeben. Nur wenn das Boot wieder auf die Wellen krachte wurde kurz geflucht, danach war wieder Ruhe. Das war wirklich nicht ohne und wir waren froh die zwei schlimmsten Stunden unserer Reise überlebt zu haben 😉

Hier einige Bilder von unserem Aufenthalt auf Gili Air.

In den letzten Wochen sind wir kaum zur Ruhe gekommen. Sightseeing in den Megametropolen Singapur und Kuala Lumpur können bei der Hitze richtig richtig anstrengend und schweißtreibend sein. Fast wie Arbeiten, schließlich kann man nicht einfach sagen heute machen wir gar nichts. Das Hotelzimmer ist schließlich bezahlt und jeder Tag muss genutzt werden um ja auch alle Sehenswürdigkeiten zu sehen.

Wir freuten uns daher einige Tage in einem netten Resort auf Bali abseits des Trubels entspannen zu können.

In der Nähe von Denpasar hatten wir ein richtig nettes Zimmer mit Balkon und Blick auf richtig viel Grün. Strände waren keine in der Nähe da sich Denpansar eher im Inneren der Insel Bali befindet. Dafür hatten wir einen schön großen Pool und das Resort war wirklich weit ab vom Trubel, daher perfekt geeignet um zu entspannen.

Nach zwei Tagen wurde es uns dann doch zu langweilig und nahmen den kostenlosen Shuttle Service des Hotels in Anspruch. Der Fahrer fährt einen in die Stadt Ubud, eine halbe Stunde Fahrtzeit vom Resort entfernt. Ubud ist das kuturelle Zentrum von Bali. Hier hat es uns richtig gut gefallen, wer Indonesien kennenlernen will der muss hier her. Fast jede Familie die hier lebt hat einen eigenen Tempel, der eine prachtvoller als der Andere. Die Männer tragen fast alle ausschließlich die traditionelle Tracht, d.H. einen Sarong, so eine Art Rock, Hemd und ein Tuch auf dem Kopf welches ganz komisch verknotet wird.

Macht auf jeden Fall echt was her.

Zudem findet man hier viele Museen und Kunstgalerien. Natürlich gibt es in Ubud auch Märkte und jede Menge Souvenirläden. Was etwas nervig ist sind die vielen Taxifahrer die an jeder Ecke stehen und fragen ob man ein Taxi braucht. Wobei man sagen kann dass die Indonesier wirklich sehr freundlich sind.

Die Meisten Einwohner Balis sind Hindus. Jeden Morgen werden Opfergaben auf den Gehsteig gelegt. Teilweise mit Blüten, Räucherstäbchen, brennenden Zigaretten, Bonbons, Crackern und sogar Schokoriegeln belegt. Man muss aufpassen dass man nicht hineintritt, die Opfergaben liegen wirklich vor jedem Haus.

 

Wir hatten leider nicht so viel Zeit uns alles anzugucken denn es ging am Nachmittag wieder zurück ins Resort.

Wir werden uns daher nach unserem Aufenthalt im Resort noch einige Tage in einem kleinen Guesthouse in Ubud einquartieren. Wir werden berichten, hier aber schon einmal einige Bilder.

 

Was war da los? Unser Flug von Singapur sollte um 15:40 Uhr direkt nach Bali gehen. Unser Hotel in Singapur befand sich zum Glück nur wenige Metrostationen vom Flughafen. So konnten wir lange ausschlafen, in Ruhe unsere Rucksäcke packen und sind gegen Elf Uhr aus dem Hotel raus. Gefrühstückt hatten wir nicht mehr da wir am Flughafen Mittag essen wollten.

Wir hatten sogar überlegt noch vor dem Check In ein Restaurant im Flughafen aufzusuchen denn eigentlich war ja mehr als genug Zeit. Ein Glück hatten wir es uns anders überlegt und sind gleich zum Check In Schalter von Tigerair. Denn dort fragte uns die junge Mitarbeiterin wie lange wir auf Bali bzw in Indonesien bleiben wollen und wo es danach hingehen würde. Wir sagten Ihr dann dass wir mit weniger als 30 Tagen in Indonesien planten und danach auf die Philippinen wollen.

Dann wollte sie wissen, ob wir denn ein Weiterflug Ticket für die Philippinen hätten. Nein haben wir nicht, ist das wichtig? Es mischte sich eine weitere junge Mitarbeiterin ein, beide erklärten uns nun dass wir dringend einen Beleg über einen Weiterflug raus aus Indonesien bräuchten damit Sie uns in die Maschine nach Indonesien lassen können. Wir konnten es uns nicht erklären wozu dieses Ticket verlangt wurde, schließlich haben wir uns noch extra sämtliche Visabestimmungen auf der Internetseite des Auswärtigen Amt angeschaut. Dort stand dass Deutsche Staatsbürger eine stinknormale Einreiseerlaubnis mit 30 Tagen Aufenthaltserlaubnis für Touristen in Indonesien bekommen. Von irgendwelchen Belegen für die Ausreise stand da natürlich nichts.

Hmm und jetzt? Wir waren erst einmal ein wenig geschockt, schließlich war das eine ganz neue Situation für uns. Die Mitarbeiterinnen gaben uns den Tipp schnellstmöglich online einen Weiterflug zu buchen und uns wieder anzustellen Gut ok, wären wir nicht drauf gekommen…

Da wir auf Wifi angewiesen waren mussten wir nochmal eine Etage tiefer fahren um uns die beknackten Zugangsdaten für das Flughafen Wifi zu holen. Warum um Himmels Willen muss man an so einem modernen Flughafen noch Logindaten fürs Wifi holen, zudem auch noch an einem nicht ausgeschilderten Infoschalter.

Ok schnell mal auf die Uhr geschaut, wir hatten noch gute drei Stunden bis zum Abflug, wir behielten daher die Ruhe, kann ja nicht so lang dauern einen günstigen Flug zu finden. Denkste, erstmal sind wir die ersten 10-15 Minuten gar nicht ins Netz gekommen, da wurden wir doch schon recht nervös. Als es dann endlich klappte googelten wir erstmal nach den aktuellen Einreisebestimmungen für Indonesientouristen, denn so ganz glaubten wir das alles nicht.

Tatsächlich haben wir den Grund gefunden, die Airline die einen ins nächste Land fliegt muss nämlich für einen möglichen Rückflug aufkommen sofern man bei der Immigration abgewiesen wird. Den Beamten von der Immigration ist es aber eigentlich egal ob man einen Weiterflug vorlegen kann, da fragt keiner nach. Gut, hätte man wissen können, wir wussten es nicht.

Wir haben dann aber sage und schreibe fast zwei Stunden gebraucht um einen bezahlbaren Flug raus aus Indonesien zu finden. Wir haben sämtliche Flugrouten, Abflughäfen und Zielflughäfen durch die Flugsuchmaschinen gejagt. Zwischendurch war das Internet dann wieder so megalangsam dass man am verzweifeln war. Wir würden ja wohl nicht den Flug wegen so einem Mist verpassen?

Noch rechtzeitig fanden wir dann einen Flug von Jakarta nach Manila, fix gebucht und auf die Bestätigungsmail gewartet. Wenige Minuten können einem hier wie Stunden vorkommen. Nachdem die Mail endlich da, war nochmal auf die Uhr geschaut. Etwas mehr als eine Stunde vor Abflug, also aller höchste Eisenbahn und ab zum Check In.

Wir sind dann bewusst zu einer anderen Mitarbeiterin gegangen. Auch diese junge Dame fragte uns wie lange wir iIndonesien bleiben wollen und wo es danach hingeht. Wir antworteten, sagten jedoch nicht von unserem gerade erst gebuchten Weiterflug. Sie stellte uns unsere Boardkarten aus und fragte nicht nach einem Weiterflug!!! Verduzt guckten wir uns an, tja dann war der ganze Stress, die letzten beiden Stunden quasi für die Katz.

In Solchen Momenten weiß man nicht ob man lachen oder auf die Airline schimpfen soll. Wir hatten anscheinend nur Pech die falsche Mitarbeiterin beim ersten Check In erwischt zu haben. So kanns gehen! Wir nahmen es einigermaßen gelassen und sagten uns immer wieder dass wir jetzt wenigstens schon einen Weiterflug in der Tasche hätten 😉

Wir sind anschließend durch die Gepäckschleusen um auf Toilette zu gehen und was essbares zu finden. Wir stopften uns dann schnell irgendwelche ekelhaften frittierten Sachen rein bevor es auch schon zum Boarding ging.

Also ein richtig stressiger letzter Tag in Singapur, das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt.